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I Ging – Das Kosmische Orakel
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Über das Institut
Das I Ching Institute wurde im Jahr 2000 von Carol K. Anthony und Hanna Moog gegründet. Es dient dazu, die neuen Entdeckungen, die den beiden Frauen im Zuge ihrer Forschungen durch den Weisen/das I Ging zuteil wurden, einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Diese neuen Erkenntnisse waren möglich geworden durch die Anwendung einer neuen Methode, die es ihnen erlaubte, direkt mit dem Orakel zu kommunizieren, um dessen Antworten zu klären. Dabei handelt es sich nicht um eine Form von Channeling, sondern um das Vortragen von Hypothesen, auf die das I Ging-Orakel differenziert antworten konnte. (Siehe die Beschreibung dieser Methode im unten stehenden Beitrag.)
Zu diesen Entdeckungen gehören völlig neue Erkenntnisse über die Art des natürlichen Funktionierens der Psyche im Dienste der Ganzheitlichkeit des Individuums sowie die Erkenntnis, dass der falsche Gebrauch von Sprache ernsthafte Störungen im gesunden Funktionieren der Psyche verursacht. Durch das Korrigieren von Sprache kann somit die Ganzheitlichkeit wiederhergestellt werden. Durch einen Zufall fanden sie heraus, dass durch das Korrigieren von Sprache auch Erkrankungen auf der Ebene des Körpers geheilt werden können. Darüberhinaus gewannen sie ein völlig neues Verständnis vom Wesen und Wirken des Kosmos: Es zeigt den Kosmos als ein sich selbst schützendes System von Harmonieprinzipien, mit dem wir Menschen in Konflikt geraten (widrige Schicksale erzeugen), wenn wir den Einklang mit uns selbst verlieren.
Die oben angedeuteten Erkenntnisse haben zu einer Neufassung des I Ging geführt, die unter dem Namen “I Ging - Das Kosmische Orakel” im Atmosphären Verlag München, 2004, erschienen ist. (Originaltitel: I Ching, The Oracle of the Cosmic Way, by Carol K. Anthony and Hanna Moog, ichingbooks, 2002)
Die Forschungstätigkeit der beiden Frauen bezüglich neuer Anwendungsbereiche des I Ging gehört zum Gründungszweck des I Ching Instituts.
Das I Ching Institute bietet regelmässig Seminare und Online Kurse an. Kurse und Seminare in deutscher Sprache werden auf der deutschen Webseite angekündigt. Alle Kurse und Seminare beziehen sich auf die oben genannte neue Fassung des I Ging.
Das I Ging-Orakel wie es sich selbst definiert
Von Carol K. Anthony und Hanna Moog
Vereinfacht ausgedrückt, ist das I Ging das Weisheitsbuch Nummer Eins des Alten China. Es ist die Grundlage der chinesischen Kultur und der Ursprung der chinesischen Philosophie, d.h. der Quelle des Konfuzianismus ebenso wie des philosophischen Taoismus. Seine Philosophie hat die chinesischen Künste, die Medizin, Akupunktur sowie zahlreiche weiteren Anwendungsbereiche geprägt, wie z.B. das Tai Chi, Chi Gong, Feng Shui und die chinesische Kochkunst.
Genauer betrachtet, ist das I Ging ein altes Orakel, dessen Zweck darin besteht, die grundlegendsten Fragen der Menschheit zu beantworten. Ausgedrückt in den Worten des I Ging: es ermöglicht uns, die Dinge zu lesen, die in unserer DNS gespeichert ist und die es unsere innere Wahrheit nennt. Es ist jenes Wissen, das in der Tiefenstruktur unserer Körperzellen gespeichert ist, das Wissen über uns selbst, über unseren rechtmässigen Platz im Kosmos und über den Kosmos selbst. Dank dieses Wissens sind wir Menschen in der Lage, uns ohne zu denken in unserer natürlichen Umwelt zu bewegen. Der Zugang zu diesem Wissen kann nicht auf direktem Wege durch unsere Vernunft erfolgen, sondern geschieht durch unsere fünf inneren Wahrnehmungssinne: unseren inneren Geruchssinn, inneren Hörsinn, inneren Geschmackssinn, inneren Tastsinn und das innere Sehen. Diese haben die Aufgabe, das Wissen, das in unserer DNS in Form von Gefühlen und Bildern gespeichert ist, in eine Sprache zu übersetzen, die wir “gesunder Menschenverstand” nennen. Dieser übermittelt dann das Wissen an unseren Verstand. Das I Ging-Orakel ist ebenfalls ein Übersetzer für dieses innerste Wissen; es hilft uns durch Zeiten, in denen wir uns von unseren inneren Wahrnehmungssinnen getrennt haben. Es geht sogar noch einen Schritt weiter, indem es dieses tiefste innere Wissen in Worte übersetzt.
Die philosophische Kernfrage, die hinter dem I Ging-Orakel steht, lautet: Wie können wir Menschen im Einklang mit dem Kosmos leben? Hinter dieser Frage liegen zwei tiefgreifende wahre Einsichten, die die Menschen im Alten China gehabt haben: (1) dass die ursprüngliche Natur des Menschen vollkommen gut ist, und (2) dass wenn der Mensch sich in diesem natürlichen Zustand befindet, er im Einklang mit dem Kosmos ist. Wenn ein Mensch im Einklang mit dem Kosmos ist, dann ist sein Handeln spontan korrekt, d.h. der jeweiligen Situation angemessen, ohne bewusste Absicht. Dieser natürliche Zustand wird in Hexagramm 25 beschrieben als “Unschuld”, “ohne Makel”, “Integrität” und “ohne Falschheit”.
Die beiden oben genannten Einsichten in die Güte der menschlichen Natur haben zur Entwicklung der beiden grundlegenden Philosophien Chinas geführt: dem Taoismus und dem Konfuzianismus. Obwohl sie von derselben Einsicht ausgehen, weichen sie jedoch voneinander ab, wenn es um die Beantwortung der Frage geht: Wie kommt es, dass der Mensch seine ursprüngliche Natur bzw. sein wahres Selbst verliert? Die Anhänger des Konfuzius sagen, dies habe mit der Tiernatur des Menschen zu tun; der Mensch habe die Wahl, entweder seiner “höheren Natur” zu folgen, die als gut angesehen wird, oder seiner “niederen (Tier-)Natur”, die als dem Bösen zugeneigt angesehen wird. Laotse, der Begründer des philosophischen Taoismus, wies diese Ansicht als widersprüchlich zurück; seiner Auffassung nach verliert der Mensch seine ursprüngliche Natur durch gesellschaftliche Konditionierung. (Zur Beachtung: der philosophische Taoismus ist nicht mit der taoistischen Religion zu verwechseln, in der die ursprünglichen animistischen Religionen Chinas mit Lehren des Buddhismus vermischt wurden.)
Eine weitere tiefe Einsicht der Menschen in China, die das Ergebnis aus dreitausendjähriger Erfahrung mit dem I Ging-Orakel ist, ist die, dass derjenige Mensch, der seiner ursprünglichen Natur treu bleibt, vom Kosmos gesegnet und beschützt wird. Diese Sichtweise steht hinter der I Ging-Verheissung von “Erfolg”. Damit ist der Erfolg gemeint, den derjenige hat, der sein Leben in Aufrichtigkeit lebt. Die I Ging-Verheissung von “Misserfolg” oder “Unheil” bezieht sich auf Gedanken oder Taten, die nicht im Einklang mit der wahren Natur des Menschen sind.
Ein Mensch, der das I Ging über längere Zeit befragt, versteht allmählich, welche fehlgeleiteten Lehren aus seiner Erziehung und Konditionierung ihm Misserfolge eingebracht haben. Der wahre Sinn des I Ging besteht darin, ihm dabei zu helfen, zu seinem wahren Selbst, seiner wahren Natur zurückzukehen. (Es sei hier angemerkt, dass das I Ging lange Zeit zu einem oberflächlichen Wahrsagebuch degradiert worden ist.)
Die Benutzung des I Ging als Zugang zur eigenen inneren Wahrheit
Im Laufe ihrer jahrelangen Forschungen mit dem I Ging haben Carol Anthony und Hanna Moog erfahren, dass jede Körperzelle Ruhe und Frieden spürt, wenn ein Mensch mit sich selbst in Einklang ist. Sie haben auch gelernt, dass ein Mensch genau weiss, wie er sich in der jeweiligen Situation zu verhalten hat, weil sein Körper die Fähigkeit besitzt zu fühlen, was harmonisch ist und was nicht. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass er nicht durch Konditionierung von seiner wahren Natur entfremdet worden ist. Wenn wir unsere Fähigkeit, innere Harmonie und Disharmonie zu fühlen, verlieren, dann verlieren wir unseren Weg und trennen uns aus der Einheit mit dem Kosmos.
Wenn wir das I Ging als Orakel befragen, dann macht es den Fragesteller auf seine Gefühle und Gedanken aufmerksam, indem es ihm sagt, ob sie im Einklang mit dem Kosmos sind. Es spricht die Ebene der Gedanken und Gefühle an, weil diese jedem Handeln vorausgeht. Das I Ging stellt klar, dass alles Böse in der Welt in Ideen und Glaubensvorstellungen begründet ist, die das Wesen des Kosmos sowie seine Art zu wirken in falschen Worten beschreiben. Das Gleiche gilt für Annahmen bezüglich des Platzes, den der Mensch im Kosmos hat. Aller Missklang und alles Konfliktverhalten hat seinen Ursprung im Bereich des Denkbewusstseins und des falschen Gebrauchs von Sprache. Wenn wir bestimmte falsche Überzeugungen und Schlussfolgerungen das Leben betreffend akzeptiert haben, dann sind wir nicht mehr fähig, auf unsere innere Wahrheit zu hören. In dieser Lage brauchen wir einen verständigen Lehrer, der es versteht, uns wieder in Kontakt mit unserer inneren Wahrheit zu bringen. Das I Ging-Orakel ist dieser Lehrer. Es lehrt uns, indem es auf die falschen Überzeugungen und Schlussfolgerungen hinweist, die zu den speziellen Schwierigkeiten geführt haben, die uns im Augenblick zu schaffen machen. Kurzum, es ist ein Lehrer, der sich auf unsere konkrete Wirklichkeit und unsere konkreten Bedürfnisse des Augenblicks bezieht. Es zeigt uns auch den kosmischen Weg aus den Schwierigkeiten heraus. Wir wissen, dass es die Wahrheit sagt, weil wir deren Resonanz im ganzen Körper als richtig, passend und angemessen spüren. Seine Antwort zeigt uns die Situation aus der kosmischen Perspektive; damit entzieht sie den Konflikten den Boden und stellt den inneren Frieden wieder her.
Das I Ging-Orakel hat sich vor 3500-4000 Jahren aus einer Methode der Zufallsbefragung heraus entwickelt. Die Befragungen zielten darauf ab zu erfahren, ob eine geplante Unternehmung im Einklang mit dem Kosmos war. Im Grunde genommen war diese Methode dem Werfen einer einzigen Münze zu vergleichen, um eine Ja- oder Nein-Antwort zu erhalten. Die Ja-Antwort wurde als durchgezogene Linie niedergeschrieben, die Nein-Antwort als durchbrochene Linie. Später wurde dieses Ja/Nein-System zu einem differenzierteren System entwickelt, bei dem drei Münzen benutzt wurden. Ein einziger Wurf der drei Münzen konnte folgende Antworten ergeben: Ein eindeutiges Ja (drei durchgezogene Linien), ein bedingtes Ja (zwei durchgezogene und eine durchbrochene Linie), ein eindeutiges Nein (drei durchbrochene Linien) und ein bedingtes Nein (zwei durchbrochene und eine durchgezogene Linie).
Mit der Zeit wurden diesen Zeichen, die jeweils aus drei Linien (genannt Trigramme) bestanden, Namen beigegeben und Eigenschaften mit ihnen verbunden, die anzeigten, ob das Orakel “Erfolg” oder “Misserfolg” voraussagte. Um 1150 v.Chr. herum hatte man die Trigramme bereits zu dem System von 64 Hexagrammen (Zeichen aus je sechs Linien) kombiniert, wie wir es heute kennen.

Jedem Hexagramm war ein Name beigefügt, der aus der wiederholten Erfahrung mit dem Thema dieses Hexagramms genommen war. Verbunden mit dem betreffenden Thema war eine Voraussage von Erfolg oder Misserfolg, die man als “Das Urteil” i. S. von “die Entscheidung” des Orakels bezeichnete. Ferner wurde das Thema in einem Text erläutert. Zusätzlich besass jede der sechs Linien, aus denen das Hexagramm bestand, einen eigenen Orakelspruch, der einen bestimmten Teilaspekt des Generalthemas behandelte.
Im Laufe der Jahrhunderte wurden diese anonym verfassten Texte von Gelehrten der verschiedensten Dynastien überschrieben, wobei es auch vorkam, dass sie absichtlich redigiert wurden, um die politischen Absichten des herrschenden Regimes zu rechtfertigen. Obwohl diese Verfälschungen zu widersprüchlichen Aussagen in den interpretierenden Texten führten und deren ursprüngliche Bedeutung verdunkelten, blieb der Kerntext doch im Wesentlichen in Form der Urteilssprüche und Orakelsprüche zu den sechs Linien erhalten.
Warum eine neue Fassung des I Ging?
In ihrer neuen Fassung unter dem Namen “I Ging. Das Kosmische Orakel” haben die Autorinnen Carol K. Anthony und Hanna Moog die auf dem Wurf von drei Münzen beruhende, differenzierte Ja/Nein-Methode, die die Grundlage des I Ging bildete, dazu benutzt, das Orakel zu bitten, sich selbst zu definieren. Es drängte sich ihnen die Frage auf, warum die Menschen dem Orakel, das sich doch dadurch auszeichnet, dass es sprechen kann, nicht schon lange Gelegenheit gegeben haben, Aussagen über sich selbst zu machen? Rückblickend auf ihre Arbeit an der neuen Fassung des I Ging schien diese Frage geradezu auf der Hand zu liegen.
Das Vorgehen der Autorinnen bestand darin, eine tägliche I Ging-Befragung zu machen, die sich für gewöhnlich auf ein Problem aus ihrem Alltagsleben bezog. Es konnte sich um eine Familienangelegenheit handeln, um finanzielle Fragen oder Fragen der Gesundheit; bisweilen ging es um eine langanstehende Frage den Kosmos und sein Wirken betreffend. Über Jahrzehnte hatte sich das I Ging ihnen als unschätzbare Quelle für das Erforschen jedes Aspektes ihres Lebens erwiesen.
Beim Verfassen des neuen Buches fragten die Autorinnen das Orakel, ob es den bisherigen Text beibehalten wollte. War die Antwort ein Nein, fragen sie, ob andere Texte herangezogen werden sollten. Meist war die Antwort darauf ein erneutes Nein, so dass es sich immer deutlicher abzeichnete, dass das Orakel einen völlig neuen Interpretationstext wollte. In solchen Fällen baten sie um intuitive Eingaben und Geistesblitze, die sie dann dem Orakel zur Bestätigung vorlegten. Das Orakel wies sie mal in die eine, mal in die andere Richtung. In seltenen Fällen, wie z.B. bei den Hexagrammen 5, Das Warten, und 46, Das Empordringen, wurden sie in eine völlig neue Richtung gewiesen. Häufig wurde ihnen bedeutet zu meditieren, damit ihnen die Richtung gezeigt werden konnte. Bevor sie ein Kapitel abschlossen, vergewisserten sie sich in der Regel, ob das Orakel noch Korrekturen vornehmen wollte, die sie dann mit seiner Hilfe ausführten.
Die Antworten, die die Autorinnen erhielten, führten dazu, die Fehlvorstellungen, die im Laufe der Jahrhunderte dem Text übergelegt worden waren, zu enthüllen. Die neue Fassung des I Ging zeigt die Kosmischen Harmonieprinzipien, die in den Hexagrammen beschrieben werden. Nicht selten waren die Enthüllungen, die die beiden Frauen erlebten, schockierend revolutionär, ausserhalb allen herkömmlichen Denkens. Es erging ihnen ähnlich wie den Menschen, die von Galileos Entdeckung schockiert waren, dass sich die Erde um die Sonne drehte, und nicht umgekehrt. So machte ihnen das Orakel zum Beispiel klar, dass die menschenzentrierte, machtgetriebene und hierarchische Sichtweise auf den Kosmos das Produkt menschlicher Hybris und übertriebener Fantasie ist. Das neue I Ging zeigt einen Kosmos, der keine Hierarchien kennt und der nichts mit Macht zu tun hat. Vielmehr ist der Kosmos ein Harmoniesystem, das sich selbst schützt durch Beschränkungen, denen jedes Ding unterliegt. Wenn ein Ding über seine natürlichen Beschränkungen hinausgeht, erzeugt es ein widriges Schicksal, das sich anfühlt, als würde man gegen eine Wand prallen. Auf diese Weise wird die Dauer des kosmischen Harmoniesystems gewährleistet. Dieses Harmoniesystem operiert durch die Anziehungskraft, die jedes Ding zu seiner natürlichen Ergänzung hinzieht. Der Kosmos schliesst die Existenz von zahllosen unsichtbaren helfenden Kräften ein, die die kosmischen Harmonien aufrechterhalten und die jedes Ding, das mit dem Kosmos im Einklang ist, fördern und unterstützen.
Die Empörung, die Galileos Entdeckung hervorrief, scheint sich allerdings nicht so sehr an der Frage aufgehängt zu haben, ob die Sonne sich um die Erde dreht oder umgekehrt die Erde um die Sonne, sondern ob der Mensch zu recht annehmen kann, dass ihm die Herrschaft über die Erde gegeben wurde. Die vorherrschende Ansicht, die Sonne drehe sich um die Erde unterstützte nämlich die falsche Idee, der Mensch sei der Mittelpunkt bzw. die Krone der Schöpfung, und das ganze Universum drehe sich um ihn. Es war diese Idee, die auf dem Spiel stand. Als Galileos Entdeckung schliesslich von den entsprechenden Autoritäten (insbesondere der katholischen Kirche) anerkannt wurde, war sie bereits stillschweigend von der Idee, der Mensch sei der Mittelpunkt der Welt, abgetrennt worden. Die neue Astronomie wurde akzeptiert, aber die menschenzentrierte Sichtweise blieb unangefochten bestehen. Was die Autorinnen des Buches “I Ging. Das Kosmische Orakel” herausfanden, war, dass der Mensch diese hochgeschätzte Ansicht aufgeben muss, wenn er sich mit dem Kosmos in Einklang bringen will, denn es ist genau diese Ansicht, die uns Menschen von unserer Einheit mit dem Kosmos getrennt und einen grundlegenden Konflikt zwischen Mensch und Kosmos erschaffen hat. Die “Bescheidenheit”, von der das I Ging in Hexagramm 15 spricht, bezieht sich ausschliesslich auf die Tatsache, dass der Mensch seinen wahren Platz im Kosmos erkennen muss, der darin besteht, dass er jedem anderen Aspekt des Kosmos gleichwertig ist.
Die Idee zu der neuen Fassung des I Ging war mit einer Entdeckung verbunden, die die Autorinnen durch Befragung des Orakels machten: eine ähnliche falsche Ansicht wie die oben zitierte wurde ihnen als Ursache einer Krankheit gezeigt. Gleichzeitig wurde ihnen in der Meditation gezeigt, wie die falsche Ansicht zu deprogrammieren war. Das Ergebnis war, dass die Krankheit binnen kürzester Zeit geheilt war. Dieselbe Methode des Deprogrammierens erwies sich auch in anderen Krankheitsfällen als erfolgreich, sobald die falschen Vorstellungen, die die Krankheit verursacht hatten, identifiziert waren. Das Buch “I Ging. Das Kosmische Orakel” ist so abgefasst, dass es krankmachende Ideen als mentale Programme aufzeigt, die mit kosmischer Hilfe deprogrammiert werden können.
Das Buch verweist auch auf fehlgeleitete Ideen und Glaubensvorstellungen, die emotionale Störungen und Beziehungskonflikte, Armut und Arbeitslosigkeit sowie andere persönliche widrige Schicksale verursachen. Und es beschreibt Wege, wie sich die Betroffenen von den negativen Auswirkungen solcher Ideen befreien können.
Wie ist die Wirksamkeit von Deprogrammierungsbemühungen zu erklären? In ihrer Forschung mit dem I Ging lernten Carol Anthony und Hanna Moog, dass der Kosmos aus Bewusstsein besteht und dass Bewusstsein und Materie nicht getrennte Dinge sind. Vielmehr ist Materie komprimiertes Kosmisches Bewusstsein. Diese Entdeckung ist von grosser Bedeutung, da sie uns die Wirkung zeigt, die unser menschliches Denkbewusstsein auf Materie hat. Wenn wir an unseren Körper denken, so zeigt sich in seiner Krankheit die Wirkung von krankmachenden Ideen. Das Erkennen dieser Tatsache befreit uns von der verbreiteten Vorstellung, dass “wir hilflos angesichts bestimmter körperlicher Beschwerden sind”. Wenn Menschen zum Beispiel ihren Körper hassen, so erzeugt dies im Bewusstsein der einzelnen Körperzellen das Gefühl, zurückgewiesen zu werden. Folglich reagieren sie mit Resignation und stellen allmählich ihre natürlichen Funktionen ein. Wenn sich ein solcher Mensch von den Hassgedanken löst, kehren die kosmischen Kräfte zurück, die betroffenen Körperzellen werden befreit und der Körper gewinnt sein Wohlbefinden zurück.
Die Bedeutung unserer Beziehung zum Kosmos
Krankheit, so lernen wir vom I Ging, ist nur ein möglicher Anzeiger, dass wir Gedanken hegen, die eine zerstörende Wirkung auf unsere Beziehung zum Kosmos haben. Die Trennung des Menschen aus der Einheit mit dem Kosmos wird durch Gedanken verursacht, die im Widerspruch zu den Kosmischen Harmonieprinzipien stehen. Damit wird auch deutlich, dass der Mythos, wonach die Menschheit vom Kosmos verlassen wurde, nicht der Wahrheit entspricht. Wahr ist vielmehr, dass der Mensch den Kosmos verlassen hat, indem er anmassende Vorstellungen über sich selbst erfunden hat, wonach er eine Sonderstellung über allen anderen Dingen geniesst. Die Folge dieser Hybris war und ist, dass die meisten Menschen die zahllosen helfenden Kräfte des Kosmos aus ihrem Bewusstsein ausschliessen, so dass sie sich in einer Lage befinden, da sie “alles selber machen müssen”.
Wenn ein Mensch sich wieder mit dem Kosmos in Einklang bringt, indem er sein Denken korrigiert und den unsichtbaren Kosmos in sein Leben einbezieht, dann erfährt er die Segnungen und Hilfe des Kosmos in allen Bereichen seines Lebens. Wenn diese innere Harmonie fehlt, erlebt der Mensch innere und äussere Konflikte und versäumt es, den wahren Sinn seines Lebens zu erfüllen. Einem solchen Menschen erscheint das Leben sinnlos, vergeudet und nichts als Leiden.
Das I Ging zeigt uns mit aller Deutlichkeit, dass das allumfassende Kosmische Bewusstsein, von dem wir ein Teil sind, die Quelle aller Dinge ist, die unserem Leben Sinn geben: Liebe, materielle und andere Güter, die Arbeit, die uns erfüllt, Schutz vor Schaden, Gelegenheiten Dinge zu lernen, und vieles mehr.
Zum Schluss sei angemerkt, dass die jahrzehntelange Beschäftigung mit dem I Ging als persönlichem Wegbegleiter den Autorinnen gezeigt hat, dass das Orakel kein Gesellschaftsspiel ist und auch kein Glücksspiel oder ein Buch, das uns auf ein in den Sternen vorgezeichnetes Lebensskript verweisen würde. Vielmehr ist es ein Führer und Freund, der die uns innewohnende Wahrheit übersetzt. Sein anderer Sinn besteht darin, uns mit den Wundern und Segnungen zu verbinden, die das Kosmische Bewusstsein für uns bereithält, wenn wir aufhören, uns seinen Harmonieprinzipien zu widersetzen.
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