HANNA MOOG

Als Kind des Jahrgangs 1946, das im Nachkriegsdeutschland aufwuchs, hatte ich gelernt, dass das Leben kein Kinderspiel sei. Es bedeutete, hart zu arbeiten, von früh bis spät, und Arbeit als das Mittel zu sehen, das mir mein Wertgefühl gab. Mit 36 hatte ich den Punkt völliger Erschöpfung erreicht. Ich war ausgebrannt, und es dämmerte mir, dass ich nicht weiter den Werten folgen konnte, die ich für selbstverständlich gehalten hatte. 

Als Antwort auf meinen inneren Hilferuf brachte mir ein guter Freund das grösste Geschenk meines Lebens: das I Ging. Ich war tief berührt von seinen Antworten. Kein Mensch hätte meine schwierige Lage so treffgenau beschreiben können. Gleichzeitig gab es mir die innere Gewissheit, dass es etwas Gutes in meinem Leben gab, das darauf wartete, entdeckt zu werden – etwas, das Wachstum bedeutete, eine neue Art zu leben. Dieses Etwas, das fühlte ich, würde mir wirkliche Erfüllung bringen. Damals benutzte ich noch die Übertragung des I Ging von Richard Wilhelm, und meist verstand ich nur ahnungsweise, was mir das Orakel sagen wollte.

Durch verschiedene “hilfreiche Umstände” wurde ich einige Jahre später vom Eugen Diederichs Verlag (in dem Richard Wilhelms I Ging beheimatet war) beauftragt, eine Reihe englischer Titel zum I Ging zu übersetzen, darunter auch Carol K. Anthonys vier Bücher. Daneben gab ich eine Sammlung von Beiträgen heraus unter dem Titel “Leben mit dem I Ging. Erfahrungen aus Kunst, Therapie, Beruf und Alltag.” Auch erhielt ich Gelegenheiten, Artikel für deutsche Zeitschriften zu verfassen, an mehreren Rundfunk- und Fernsehprogrammen teilzunehmen, und Vorträge und Seminare in den deutschsprachigen Ländern zu geben.

Als Carol K. Anthony mich 1997 einlud, in die Vereinigten Staaten umzusiedeln, nahm ich ihre Einladung gerne an. Ich ahnte noch nichts von den revolutionären Durchbrüchen im Verständnis des I Ging, die in den Jahren darauf folgen sollten: Gemeinsam schrieben wir die Bücher “I Ging – Das Kosmische Orakel” (I Ching, The Oracle of the Cosmic Way), “Heile dich selbst im Einklang mit dem Kosmos” (Healing Yourself the Cosmic Way) und “Unsere Psyche aus kosmischer Sicht” (The Psyche Revealed Through the I Ging). Das erste dieser Bücher ist auch in die französische Sprache übersetzt worden und bei Editions Camélines erschienen.

________________________________________________________________________________________

static1.squarespace.jpg

CAROL K. ANTHONY

 

Meine Einführung in das I Ging geschah im Jahr 1971 während einer Midlife-Krise. Ich war 41 Jahre alt. Unter dem Druck meiner Schwierigkeiten öffnete ich mich für die Hilfe, die mir eine Freundin anbot: Sie brachte mir ein Exemplar des I Ging in der Übersetzung von Wilhelm/Baynes. Das I Ging lehrte mich eine Art des Meditierens, die mir half, die Botschaften seiner Hexagramme zu verstehen. Ich sammelte meine Notizen und Erkenntnisse und teilte sie mit Freunden, die mir ihre allgemeine Nützlichkeit bestätigten. Nach sieben Jahren hatte ich einen kompletten Satz von Notizen zu allen Hexagrammen. Ermutigt durch zwei spezielle Meditationserfahrungen, beschloss ich, meine Aufzeichnungen unter dem Titel “A Guide to the I Ching” 1980 im Selbstverlag zu veröffentlichen. Es folgten die Bücher “The Philosophy of the I Ching” (1981), “The Other Way, Experiences in Meditation Based on the I Ching” (1990), und “Love, An Inner Connection, Based on Principles Drawn from the I Ching” (1993). Alle Bücher wurden von Hanna Moog übersetzt und erschienen im Eugen Diederichs Verlag. Die ersten beiden Bücher wurden zusammengefasst unter dem Titel “Handbuch zum klassischen I Ging” (1989), gefolgt von “Meditationen zum I Ging” (1993) und “Das I Ging der Liebe” (1998). Einige dieser Bücher wurden auch ins Französische, Spanische, Italienische, Portugiesische und Kroatische übersetzt.

Die Durchbrüche in unserem Verständnis des I Ging, die Hanna Moog und ich erfahren haben, seitdem wir uns im Jahr 1998 zusammengetan haben, gehen weiter. Unsere Erfahrungen sind kosmische Geschenke. Es ist uns ein tiefes Anliegen, sie mit allen Menschen, die ihre Herzen und ihren Geist dafür öffnen, zu teilen.